5 Schritte für mehr Patientenorientierung

5 Schritte für mehr Patientenorientierung

DATUM

13. Januar 2022

AUTOR

Catherine | Marketing Lead

Die Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland die Digitalisierung des Gesundheitswesen stark vorangetrieben. Neben Projekten wie der Corona-Warn-App wurden längst geplante Maßnahmen praktisch umgesetzt. Das gilt z.B. für die elektronische Patientenakte (ePA) und das elektronische Rezept (E-Rezept). Doch auch Telemedizin, Online-Terminbuchung und Online-Patientenportale boomen.

Dies zeigt, dass der Zukunftstrend Patientenorientierung (Patient Centricity) Fahrt aufnimmt: Die Bedürfnisse der Patient:innen stehen zunehmend im Mittelpunkt und werden durch digitale Angebote gezielt angesprochen. Hier liegt auch für klinische Studien der Schlüssel zum Erfolg. Denn sie sind darauf angewiesen, möglichst viele Patient:innen zu erreichen und zur langfristigen Teilnahme zu motivieren.

Wir zeigen Ihnen fünf Schritte, um die Patientenorientierung Ihrer Studien zu fördern und die Datenqualität nachhaltig zu erhöhen.

Worum geht’s?

1) Remote Patient Monitoring (RPM) einführen

2) Zugänglichkeit zu Studien durch ePRO erhöhen

3) eConsent integrieren

4) Auf zielgruppenorientierte Patientenrekrutierung setzen

5) Patient Journey Dashboards nutzen

1) Remote Patient Monitoring (RPM) einführen

Für viele Patient:innen stellt die notwendige enge Betreuung durch medizinisches Personal über die Dauer einer Studie hinweg eine große Hürde dar. Hohes Alter, Krankheit oder ein ungünstiger Wohnort machen das regelmäßige Aufsuchen einer Klinik oder Arztpraxis nahezu unmöglich. Zudem besteht in medizinischen Einrichtungen stets ein erhöhtes Infektionsrisiko. Hier bietet die Fernüberwachung von Patient:innen Chancen, die nicht nur die Teilnahmebereitschaft stärken, sondern auch die Studienabläufe einfacher und sicherer gestalten. Neben Flying Study Nurses, die die Studienkoordination und das Datenmanagement dezentralisiert durchführen und die Patient:innen zuhause betreuen, bieten sich digitale Tools an.

So konnte sich die Telemedizin bspw. bereits für das Remote Monitoring von Diabetes-Patient:innen etablieren. Die Gesundheitsdaten werden von spezifischen Sensoren sowie Medical Wearables (z.B. Fitness-Trackern) aufgezeichnet und aus der Ferne von medizinischem Personal ausgewertet. Auch bei klinischen Studien wird seit der Pandemie verstärkt auf Methoden zur Fernüberwachung wie Televisits und Remote Screening zurückgegriffen. Besonders wichtig ist RPM bei Studien, die infektiöse Krankheiten betreffen oder immunsupprimierte Zielgruppen umfassen, sodass äußerste Vorsicht zum Schutz aller Beteiligten geboten ist.

2) Zugänglichkeit von Studien durch ePRO erhöhen

Eng mit dem Remote Patient Monitoring verknüpft ist die Zugänglichkeit für alle Personengruppen. Ein zentrales Tool sind hierbei Electronic Patient-Reported Outcomes (ePRO). Alle Formulare einfach online auszufüllen, anstatt sie postalisch zu verschicken oder gar jedes Mal ins Studienzentrum fahren zu müssen, bedeutet für Patient:innen eine massive Zeitersparnis bei minimalem Aufwand. Untersuchungen bestätigten, dass ePRO-Lösungen die Teilnahmebereitschaft und Zufriedenheit von Studienteilnehmer:innen nachhaltig erhöhen.

Bei einem ePRO-System hängt der Mehrwert allerdings maßgeblich davon ab, wie gut es für den jeweiligen Anwendungsfall konzipiert wurde. So sollte für eine ältere oder sehbehinderte Zielgruppe etwa die Schriftgröße anpassbar sein. Vor allem für jüngere und technikaffine Teilnehmende ist es dagegen hilfreich, wenn die Umfragebögen auf unterschiedlichen Geräten bearbeitet werden können – sei es auf dem Smartphone, dem Tablet oder als flexible Browser-Anwendung auf dem PC. In unserer Case Study mit Pharmalog beschreiben wir, wie sich die ePRO-Lösungen von Climedo zur effizienten Dokumentation von Patientendaten in der Praxis beweisen.

3) eConsent integrieren

Remote Patient Monitoring und ePRO sind eng mit dem Thema eConsent verknüpft. Die elektronische Patientenaufklärung und Einwilligung bietet nicht nur verwaltungstechnische Vorteile. Auch für die Studienteilnehmer:innen wird vieles vereinfacht. So können etwa fehlerhafte Eintragungen einfach selbst korrigiert werden. Neben Funktionen für eine verbesserte Zugänglichkeit wie eine vergrößerte Schrift ist es außerdem möglich, erklärende Videoclips oder Grafiken zu integrieren, um etwa Vorgehensweisen oder Abläufe besser verständlich zu machen.

Besonders stark profitieren sehr große oder internationale Studien von eConsent-Lösungen. So bewährten sich digitale Informations- und Einwilligungssysteme auch bei der COVID-Impfstoff-Studie von Pfizer. Die zuständige Forschungseinrichtung bestätigte, dass eConsent die Sicherheit von Personal und Studienteilnehmer:innen erhöhte. Zudem konnte eine bessere Kommunikation und Informationsqualität gewährleistet werden, was die Patientenzufriedenheit und -bindung stärkt.

4) Auf zielgruppenorientierte Patientenrekrutierung setzen

Eine klinische Studie steht und fällt mit der Patientenrekrutierung. Im Kontext immer spezifischerer Zielgruppen spielt das Internet eine zentrale Rolle, um passende Patient:innen zu erreichen und mittels gezielter Ansprache als Teilnehmende zu gewinnen. Diese drei Strategien können dafür genutzt werden:

1) Social Media

2) Künstliche Intelligenz (KI)

3) Online-Plattformen und Apps

Die Auswertung von Big Data mittels KI sowie der aktive Informationsaustausch in den sozialen Netzwerken helfen dabei, interessierte Patient:innen zu identifizieren. Viele Startups entwickeln zudem Plattformen, auf denen sich Patient:innen registrieren können und dann mit entsprechenden Studien in Kontakt gebracht werden. Das neue EU Clinical Trials Information System (CTIS) (Launch: 31. Januar 2022) soll zukünftig Datenbanken sowie Dienstleister vernetzen und die Patientenrekrutierung international optimieren.

5) Patient Journey Dashboards nutzen

Sind genügend Teilnehmende rekrutiert, gilt es, die Patient:innen zu binden und so die Abbruchrate zu minimieren. Eine wichtige Rolle übernehmen hier “Patient Journey Dashboards”. Diese bereiten die Patient Journey während einer klinischen Studie visuell auf, indem etwa alle Arzt- und Klinikbesuche sowie Fristen für Evaluationsbögen übersichtlich aufgelistet und mit Terminerinnerungen versehen werden. Auch der aktuelle Bearbeitungsstand ließe sich damit grafisch darstellen, sodass Patient:innen ihren Fortschritt im Studienverlauf und die bisherigen Ergebnisse auf einen Blick erfassen können. Eine Patient Journey Dashboard bietet sich zudem an, um alle vorgestellten Methoden für mehr Patientenorientierung in einem nutzerfreundlichen Tool zu integrieren.

Fazit: Patientenorientierung als Schlüsselelement dezentraler Studien

In unseren fünf Punkten wird deutlich, dass mehr Patientenorientierung nur mithilfe digitaler Technologien möglich ist. Angefangen beim Remote Patient Monitoring, das nicht nur Abläufe vereinfacht, sondern auch die Beteiligten schützt, bis hin zu Themen wie Zugänglichkeit und eConsent: Die Durchführung dezentraler Studien über eine digitale Infrastruktur hat sich bereits vielfach in der Praxis bewährt. Auch die erfolgreiche Rekrutierung mithilfe von Social Media, KI und spezifischen Online-Angeboten sowie die Stärkung der Patient:innenbindung mittels Patient Journey Dashboards steigern die Qualität der Studiendaten erheblich.

Möchten auch Sie Ihre Patient:innen dazu motivieren, vollständig zum Studienerfolg beizutragen, und gleichzeitig Ihre Datenqualität mit digitalen Tools nachhaltig erhöhen? Vereinbaren Sie doch einfach eine unverbindliche Software-Demo oder sprechen Sie uns an! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht und helfen Ihnen gerne bei der Digitalisierung Ihrer klinischen Datenerhebung.

Catherine | Marketing Lead

Catherine | Marketing Lead

Climedo

Begeistert sich für Fotografie, Fremdsprachen und alles rund um das Thema Digitalisierung. Ihre Mission: Mehr Menschen das Potenzial von digitalen Lösungen im Gesundheitswesen näherzubringen.

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