Wie stärken hybride und virtuelle klinische Studien in der Dermatologie die Patientenbindung?

Wie stärken hybride und virtuelle klinische Studien in der Dermatologie die Patientenbindung?

DATUM

28. Juli 2022

AUTOR

Tereza | Customer Success Manager

Die Patientenrekrutierung und -bindung ist bei klinischen Studien in der Dermatologie ein schwieriges Unterfangen. Ein Grund dafür ist die nicht ausreichende Verbreitung von Hautärzt:innen und dermatologische Praxen, vor allem in ländlichen Regionen. Lange Anfahrtswege und häufige Wartezeiten sind für viele Teilnehmende der Anlass, vorzeitig auszusteigen. Hoffnung versprechen nun virtuelle und hybride Ansätze der Studiendurchführung.

Die Haut ist nicht nur das größte Organ des Menschen, sondern darüber hinaus auch das einzige, das von außen sichtbar ist. Aus diesem Grund ist die Dermatologie prädestiniert für den Einsatz dezentraler Untersuchungstools wie z.B. Telemedizin. Die Diagnose mithilfe von Fotos ist schon länger üblich und die Bewertung und Identifizierung von Hautkrankheiten lässt sich gut an virtuelle Modelle anpassen. Doch unzureichende Bildqualität oder fehlende einheitliche Standards seitens der Gesetzgeber und Kassen schrecken manche Stakeholder vor dem Einsatz hybrider Studienformen ab.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einer optimierten Datenerfassung sowie digitalen Tools die Patientenbindung stärken und die Datengrundlage im Rahmen Ihrer dermatologischen Studien verbessern.

Worum geht’s?

1) Hybride Studiendesigns als Chance für die Dermatologie 

2) Mit Teledermatologie und ePRO mehr Compliance generieren

3) Mit patientenorientierter Aufklärung Hürden überwinden


1) Hybride Studiendesigns als Chance für die Dermatologie

Bis vor ein paar Jahren wurden traditionelle klinische Studien in der Dermatologie vor Ort in der Praxis oder dem Studienzentrum durchgeführt, was regelmäßige Besuche der Teilnehmenden erforderlich machte. Nun hat die Corona-Pandemie der Teledermatologie einen Schub versetzt. Immer mehr Studiendesigns kombinieren traditionelle Elemente wie physische Untersuchungen mit neuen Technologien, z.B. Fernsprechstunden via Videocall. Der Einsatz virtueller Technologien und hybrider Datenerhebung bietet für bestimmte Forschungsszenarien viele Vorteile gegenüber einer traditionellen Durchführung . So können beispielsweise Forschungspopulationen diversifiziert und schlecht versorgte Gebiete leichter von den Ärzt:innen betreut werden.

Darüber hinaus lassen sich Rekrutierung und Bindung der Teilnehmenden verbessern, indem patientenbezogene Daten vom heimischen Sofa aus erfasst werden. Hierzu bieten sich intuitiv bedienbare ePRO-Lösungen und medizinische Wearables an. Einige Studien konnten bereits nachweisen, dass virtuelle und hybride klinische Trials höhere Rekrutierungsraten, bessere Compliance, geringere Abbrecherquoten und insgesamt eine schnellere Studiendurchführung ermöglichen.

2) Mit Teledermatologie und ePRO eine erhöhte Compliance generieren

Mit ePRO-Lösungen und elektronischen Datenerfassungssystemen (EDC) lassen sich hochwertige, dermatologische Patientendaten bequem und direkt von den Teilnehmenden selbst generieren. Dies beschleunigt die Studien- und Datenauswertung, da Wartezeiten und Anfahrtswege entfallen, die durch einen Praxisbesuch entstehen würden. Ein praktischer Vorteil in der Dermatologie: Patient:innen können beispielsweise Fotos ihrer Haut über das eigene Smartphone direkt in die Fragebögen hochladen. So können sich Ärzt:innen neben den schriftlichen Angaben sowie etwaigen Aufzeichnungen von Wearables auch ein visuelles Bild machen.

Da die Haut ein sichtbares Organ ist, kann bei entsprechender Videoqualität auch eine vollständige Untersuchung dezentral per Televisite erfolgen. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass diese Form der Konsultation in der Dermatologie von Ärzt:innen und Patient:innen sehr gut angenommen wird. Die virtuellen Gespräche lassen sich zudem gut mit elektronischen Einwilligungserklärungen und eConsent-Tools kombinieren. Werden darüber interaktiv Studien- und Forschungsdetails ausgetauscht sowie Feedback-Optionen geboten, erhöht dies die Zufriedenheit und das Verständnis bei den Teilnehmenden. Somit werden die Compliance und Patientenbindung langfristig gesichert.


3) Mit patientenorientierter Aufklärung Hürden überwinden

Da sich dermatologische Studien in Zielsetzung und Aufbau unterscheiden, ist es wichtig, vorab zu prüfen, welche Behandlungsbestandteile sich virtuell umsetzen  lassen und dies auf die entsprechende Forschungspopulation anzupassen. Je nach Phase oder Erkrankung sind weiterführende Untersuchungen vor Ort in einer Klinik erforderlich, während die regelmäßige Beobachtung der Haut bequem durch Televisiten, Wearables oder via Kamera bereitgestelltes Bildmaterial erfolgen kann. Jedoch schwankt die Genauigkeit der Aufnahmen teils deutlich, sodass eine technisch gute Ausstattung und Internetverbindung auf Praxis- und Patientenseite notwendig sind.

Zudem fehlt es aktuell an einem einheitlichen, regulatorischen Rahmen für hybride und rein virtuelle Studien, sodass sowohl bei den beteiligten Stakeholdern als auch bei den Patient:innen Verunsicherung auftreten kann. Dem lässt sich bei den Patient:innen vor und während der Studiendurchführung durch eine tiefere Aufklärungsarbeit beispielsweise über die sozialen Medien und eConsent-Tools entgegenwirken. Gute Kommunikation nimmt wiederum Ängste, senkt Hemmschwellen und erhöht die Patientenbindung. So könnenTeilnehmende auch über den Datenschutzfragen hinsichtlich der Studie informiert werden.

Fazit: Klinische Studien in der Dermatologie profitieren langfristig von der Integration virtueller und hybrider Elemente

In der Dermatologie zeichnet sich nicht erst seit der Pandemie ein zunehmender Trend zum Einsatz digitaler Tools und dezentraler Studiendesigns ab. Insbesondere Televisiten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Eine gute Mischung aus Fernsprechstunden, ePRO- und EDC-Lösungen reduziert die Belastung für Patient:innen im Laufe ihrer Studienteilnahme und erleichtert Ärzt:innen den Zugriff auf fallrelevante Parameter. Die Integration virtueller und hybrider Elemente in klinischen dermatologischen Studien ist zudem eine notwendige Voraussetzung für die Weiterentwicklung von Forschungsmethoden.

Sie möchten bei Ihrer nächsten klinischen Studie die Datenintegrität und Patienten-Compliance durch den Einsatz digitaler Tools erhöhen? Dann vereinbaren Sie eine unverbindliche Software-Demo  oder sprechen Sie uns an! Wir freuen uns darauf, Sie bei der Digitalisierung Ihrer klinischen Datenerhebung zu unterstützen.

Tereza | Customer Success Manager

Tereza | Customer Success Manager

Climedo

Als ehemalige Clinical Research Associate ist Tereza unsere Expertin für CROs und klinische Studien und sorgt dafür, dass unsere Kunden tagtäglich den bestmöglichen Support erhalten. In ihrer Freizeit geht sie gerne auf Fernreisen oder macht Pilates.

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